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Mount Everest-Besteigung: Kann das jeder?

 

Die Mount Everest-Besteigung galt mal als besondere Herausforderung für Ausnahmesportler. Mittlerweile ist ein wahrer Massentourismus am höchsten Berg der Welt ausgebrochen

Als am 29. Mai 1953 Sir Edmund Hillary und Tenzing Norgay den Mount Everest erstmalig bestiegen, galten die beiden als Übermenschen: 8.848 Meter, der höchste Berg der Welt – bezwungen! Seit damals haben sich die technischen Möglichkeiten gewaltig geändert. Wer das nötige Kleingeld hat und halbwegs fit ist, wird von professionellen Trekkingunternehmen auf den Chomolungma, wie der Berg eigentlich auf tibetisch heißt, gebracht.

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Der Mount Everest: Traum jedes Alpinisten

Ab 20.000 Euro auf den höchsten Gipfel der Welt

20.000 Euro bis 50.000 Euro kostet es, wenn expeditionsfreudige Bergsteiger mit Reisespezialisten wie Alpine Ascents, Altitude Junkies oder Asian Trekking auf den Mount Everest wollen. Denn mit Geld ist alles möglich, die Unternehmen organisieren von Sauerstoffflaschen über Visa bis zum Flug alles. Die meisten von ihnen steigen über die leichtere Südseite ein. Professionelle Alpinisten meiden inzwischen diese Route, da seit den 80er Jahren dort ein wahrer Massentourismus eingesetzt hat. Man sollte es sich jedoch gut überlegen, ob man eine solche Besteigung verantworten kann – auch im Interesse der Umwelt.

Viele unterschätzen die Gefahr am Mount Everest

Das Problem: Viele der Gipfelaspiranten unterschätzen die Gefahr und sind nicht genügend vorbereitet: plötzliche Wetterumschwünge, der Sauerstoffmangel und auch der hohe Andrang an den Kletterpartien sorgen für tödliche Probleme. Allein 1996 starben auf dem Berg 12 Menschen. Der Bergautor Jon Krakauer beschrieb dies eindrucksvoll in seinem Buch „In eisigen Höhen“ (Piper, 10 Euro). Insgesamt ließen bereits 200 Menschen auf dem Mount Everest ihr Leben. Vor einigen Jahren glaubte auch der Sänger und Hobbytriathlet Joe Kelly, dass ihm eine Mount-Everest-Besteigung gut zu Gesichte stünde: Kelly wurde höhenkrank und musste hinunter getragen werden.

Der Mount Everest – die höchste Müllkippe der Welt

Der Massentourismus am höchsten Berg der Welt hat noch eine andere, unschöne Seite: die Umweltverschmutzung durch die Gipfelstürmer – die sich selbst wahrscheinlich als große Naturliebhaber betrachten. „Der Gipfel des Selbstbetruges“ schimpfte 2001 Reinhold Messner, und geißelte damit die Eitelkeit der Touristen, unbedingt den höchsten Berg der Welt bezwingen zu müssen. Allein die Sauerstoffflaschen, die alle Gipfelsieger zurückließen, so rechnet der Bergfex vor, würden übereinander getürmt den Mount Everest bereits überragen. Daneben sind es Speisereste, Proviantverpackungen, zurückgelassene Biwakzelte und Medikamente, die den Südgipfel zur „höchsten Müllkippe der Welt" machen. Als wahrer Held erwies sich da etwa Ken Noguchi: Der Japaner organisierte fünf Säuberungsexpeditionen, bei denen er neun Tonnen Müll vom Berg mitbrachte. Eine Mount Everest-besteigung, bei der die Welt applaudierte, auch wenn Noguchi nicht als erster oben war.

Klaus Mergel
 

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