Bei „Wer wird Millionär“ haben Fragen aus allen Wissensgebieten und die verwirrenden Grimassen von Günther Jauch schon den größten Pfiffikus mit 500 Euro mitleidslos nach Hause geschickt. In 10 Jahren „Wer wird Millionär“ gelang es erst sechs Kandidaten (und drei Prominenten) die Million abzugreifen. Das soll aber nicht heißen, dass es keine Möglichkeiten gibt, Nummer sieben zu werden.
Auf die Schnelle alle Enzyklopädien aufkaufen und in den Schädel eintrichtern – das bringt nichts. Zwar wird bei „Wer wird Millionär“ natürlich auch Allgemeinbildung abgefragt, Fragen dazu sind aber logischerweise nur begrenzt vorhanden und die Sendung läuft schon seit zehn Jahren. Da kommen die Redakteure gar nicht drum rum, sich Fragen zu aktuellen Geschehnissen auszudenken. Statt Lexika zu pauken ist daher die Lektüre von Omas Klatschblättern, Kreuzworträtseln und anderen Periodika aussichtsreicher. Der Wirtschaftswissenschaftler Joachim Prinz von der Universität Witten/Herdecke hat 149 Kandidaten der RTL-Show "Wer wird Millionär?“ genauer unter die Lupe genommen und stellte fest, dass es Nichtakademiker durchschnittlich weiter schafften als die Intellektuellen. Seine Erklärung dafür ist, dass das Themenspektrum mit Musik, Sport und Kino einfach zu breit gefächert ist, um es mit reinem Fachwissen meistern zu können. Hilfreicher sind seiner Meinung nach daher im Alltag durch Fernsehen und Zeitung gesammelte Informationen. Ein Studium in Quantenphysik verrät eben noch lange nicht, ob das berühmteste Männermagazin der Welt a) Playboy b) Gamblegirl c) Dancedad oder d) Partybrother heißt.
Wer es vorzieht, sich schon beim kleinsten Zweifel mit einem Joker abzusichern, der steht bei „Wer wird Millionär“ schnell mit leeren Händen da und darf dann die Fragen nach bengalischen Ureinwohnern im 13. Jahrhundert alleine durchstehen. Also lieber ab und an mal etwas Risiko eingehen, als sich bis zum Geht-nicht-mehr abzusichern. Bestes Beispiel dafür lieferte ein Student, der sich seinen Telefonjoker bis zur Millionenfrage aufhob. Da rief er dann seinen Bruder an, um ihn zu fragen, welches Meer nach einem mythologischen König benannt ist (Antwort: das Ägäische Meer) und kassierte die Million. Laut einer Studie der Universität Warwick neigen übrigens zwei Drittel aller Teilnehmer zu vorsichtigem Verhalten. Das könnte erklären, wieso es bisher erst sechs Gewinner gab.
Als Journalist und professioneller Fragesteller verfügt Jauch über eine ganz ordentliche Portion Allgemeinwissen. Alles weiß er aber trotzdem nicht und die Fragen (und damit die Antworten) erfährt er auch erst zusammen mit dem Kandidaten. Die werden nämlich nicht von seinem Team, sondern von der externen Agentur „mind the company“ entworfen und erst kurz vor der Aufzeichnung unter strengen Sicherheitsmaßnahmen in den Computer gespeist. Als Nina Hagen beim Prominenten-Spezial von „Wer wird Millionär“ zu Gast war, hatte sie den Trick leider nicht beherzigt. Bei der Frage nach dem hellsten Stern am Himmel hatte sie keinen Joker mehr und entschied sich daher per Münzwurf ihr eigenes Orakel zu befragen. Ihre Antwort anschließend: B: Sirius. Jauch gab alles, um die spirituelle Kandidatin zum Aufhören zu bewegen. Nina Hagen gab irgendwann klein bei und stieg bei 500.000 Euro aus. Der Sirius Stern wäre allerdings richtig gewesen.
Der schlaksige Moderator will seinen Kandidaten also nicht immer nur Böses. Gerade bei den ersten Fragen zeigt Jauch gerne auch mal etwas Mitleid mit den grübelnden Quizteilnehmern und versucht, sie in die richtige Richtung zu dirigieren (sofern er die Antwort weiß). Eine „Wer wird Millionär“-Kandidatin zeigte sich in einer der Sendungen dagegen jedoch völlig immun. Für 16.000 Euro hätte sie beantworten sollen, wie der deutsche Titelheld in „Der Vorleser“ heißt. David..a) knusprig b) kross c) scharf d) süß-sauer. Ihr selbstsicheres Statement dazu: „ Das hätte ich auch ohne ihre lieben Antwortmöglichkeiten gewusst. c) scharf“. Jegliche Versuche von Günther Jauch, sie zum Einsatz eines Jokers zu bewegen, schüttelte sie mit dem Spruch ab: „Sie wollen mich doch nur an meinem Durchmarsch hindern, Herr Jauch“. War gar nicht nötig. Am Ende durfte die Kandidatin sich über 500 Euro freuen. b) Kross wäre richtig gewesen.
Weitere Online-Angebote von Hubert Burda Media
AMICA . BUNTE . CINEMA . ELLE . FIT FOR FUN . FOCUS Online . Freundin . Guter Rat
Haus+Garten . Hubert Burda Media . HolidayCheck . Lust auf Genuss
MAX . Playboy . Playmate Casting . Mein schöner Garten . Mein Youngtimer
Super Illu . TV Spielfilm . TV Today . sevenload