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Kommt drauf an, wie hoch Ihr Budget ist. Ein diamantenbesetztes Feuerzeug macht jeden Zigarrenraucher stolz, ist...

Qualmkunde: Zigarre rauchen

 

Zigarre rauchen: Sinnbild für Männlichkeit, Macht und Eloquenz – vorausgesetzt, man weiß, wie. Sonst wird’s schnell peinlich. Ein Crashkurs im Paffen

Eine Zigarre ist nicht wie eine Zigarette, die man mal irgendwie schnell mit dem Feuerzeug, Streichholz oder an der Herdplatte anzündet. Eine Zigarre ist eine Grande Dame, die Aufmerksamkeit und Wertschätzung verlangt, die Kippe dagegen nur ein billiges Straßenflittchen. Wer diese vier Kniffe beherzigt, wird nie wieder an etwas anderem qualmen wollen.

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Zigarre rauchen: Auch genüsslich Paffen will gelernt sein

Zigarre rauchen: das Anschneiden

Ganz gleich, wie viele Hollywood-Machos es so vorgemacht haben: radikal mit den Zähnen abbeißen ist ein absolutes NoGo. Es sieht nicht nur bescheuert aus, wenn man die nächsten zwanzig Minuten Tabakkrümel ausspucken muss, es zerreisst vor allem das Deckblatt der Zigarre und zerstört ihr Aroma. Der echte Aficionado nimmt daher einen Cutter oder eine Mini-Guillotine (in jedem gutem Tabakladen ihres Vertrauens erhältlich), mit der er die letzten 2mm der Kappe köpft.

Zigarre rauchen: das Anzünden

Um es gleich vorwegzunehmen: Das coole Zippo-Feuerzeug aus dem Militärladen kann wieder zurück in die Hosentasche. Auch Streichholzer aus Pappe haben an einer Zigarre nichts zu suchen, da sie meist chemisch behandelt wurden, wie Zigarren-Experte Jens Schrader von Arnold André weiß, und damit ebenso wie Benzinfeuerzeuge „den köstlichen Geschmack der Zigarre verfälschen würden“. Gasfeuerzeuge oder Streichhölzer aus Zedernholz sind dagegen ok. Die richtige Flamme parat? Dann geht’s ans Eingemachte. Damit der genüssliche Duft nun in die Nase steigen kann, wird die Spitze mit der Hand an die Flamme gehalten und gleichmäßig gedreht, bis sich an allen Seiten Asche bildet. Erst dann wird das gute Stück in den Mund genommen, um ein paar Mal kräftig daran zu ziehen. Zur Entfaltung des vollen Aromas sollte die Zigarre gleichmäßig an allen Seiten brennen. Dazu hilft es auch, die Glut abschließend noch etwas anzublasen.

Zigarre rauchen: genießen

Wie schon gesagt: Wem es nur darum geht, seinen Nikotinhaushalt aufrecht zu erhalten, der ist bei der Kippe besser aufgehoben. Zigarren sind für Genießer bestimmt, die die mühselige Handarbeit dahinter zu schätzen. Schon der Schriftsteller Oscar Wilde schwärmte vom Raucherlebnis: „Der Genuss einer Zigarre lässt uns an Zeiten zurückerinnern, die es gar nicht gegeben hat“. Jens Schrader rät: „Der Genuss einer Zigarre entwickelt sich am besten, wenn die Glut des Tabaks nicht zu heiß wird. Als Faustregel lässt sich festhalten, ein Zug alle ein bis zwei Minuten.“ Wer versucht, in Usain Bolt-Manier zum Finish zu kommen, erhitzt nur die Glut und lässt das Aroma bitter werden.

Zigarre rauchen: zum guten Schluss....

Gute Zigarren besitzen bis in das letzte Drittel Geschmack. Der Rest dient als Filter. Ist die Zigarre bis dorthin heruntergebrannt, verbietet es die Etikette, den Stumpen lässig auf den Bürgersteig zu schnippen oder barbarisch im Aschenbrecher auszudrücken. Aficionados betrachten das als Respektlosigkeit gegenüber der Herstellungskunst und außerdem fängt es dann unangenehm zu riechen an. Stattdessen wird der Rest einfach in den Aschenbecher gelegt bis er von alleine erlischt.

Maximilian Reich
 

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