Bauchbinde und Zigarre – wie passt das eigentlich zusammen? Dazu erzählt Ihnen der Berater eine kleine Zigarren-Geschichte: Kaum vorstellbar, aber es gab eine Zeit, da waren Raucher noch keine Outlaws, die sich in der Öffentlichkeit nur heimlich dem blauen Dunst hingeben durften. Im Gegenteil: Einst gehörte es in edlen Schlemm-Tempeln zum guten Ton, wenn sich die feine männliche Gesellschaft nach dem Essen zurückzog und genüsslich eine Zigarre paffte – ganz ohne Sorge, dass jemand petzt und das Ordnungsamt alarmiert. Aber auch, wenn die Herrschaften das Rauchen genossen – danach riechen wollte hinterher keiner. Also wurde der Smoking (aus dem Englischen smoke = rauchen) als eine Art Überkleidung entworfen, der den edlen Zwirn vor dem Mief schützen sollte. Das Gewand war damit also gerettet. Die Finger aber nicht. Die waren der Zigarre noch schutzlos ausgeliefert und färbten sich von den Zigarrendeckblättern. Hier kommt also die Zigarren-Bauchbinde ins Spiel.
Die Bauchbinde, oder auch Banderole genannt, ist ein Papierring, der in der Nähe des Mundstuckes um die Zigarre gewickelt ist. „Ursprünglich", so verrät Jens Schrader vom Zigarrenhersteller www.arnold-andre.de „war sie einfach nur ein Ring aus weißem Papier, an dem die Zigarre gehalten werden kann, um die Finger vor unschönen Tabakflecken zu schützen“.
Später erkannten dann findige Marketingfuchse das Werbepotenzial der Bauchbinde und bedruckten Sie mit der Markenbezeichnung der jeweiligen Zigarre. Cleverer Einfall, immerhin spricht kaum jemand seinen Tischnachbarn mit dem Spruch an: „Mensch, Sie haben da ja ne tolle braune Zigarre. Was für eine ist das denn?“ In dem die Zigarre durch die Bauchbinde zur qualmenden Litfaßsäule umgestaltet wurde, kann dies nun auch jeder ohne Nachfragen sehen.
Anders als das Etikett auf der Weinflasche, verrät die Bauchbinde aber nichts über die Qualitäten ihres Trägers. „Es geht im Grunde wirklich nur im die Marke, wobei zusätzliche Gestaltungselemente teilweise die Marke noch visualisieren sollen. Wie bei einem guten Essen raucht das Auge eben mit“, erklärt Schrader. Ob die Bauchbinde mitgeraucht oder entfernt wird, ist übrigens jedem selbst überlassen. Geschmacks- oder Gesundheitsbeeinträchtigungen entstehen dadurch jedenfalls nicht. Wer sie lieber abmachen möchte, dem empfiehlt der Zigarrenfachmann Schrader, zuerst ein paar Züge zu paffen, ehe man sie löst. „Dann ist der Leim, der die Bauchbinde zusammenhält, aufgrund der Wärme schon etwas weicher und lässt sich leicht lösen.“
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