Für den Pfeifen-Novizen mag das Pfeife stopfen anfangs wie eine hochkomplexe Wissenschaft wirken, die nur Intellektuelle beherrschen (vielleicht sieht man deswegen auch meist solche an der Tabakpfeife ziehen). Auch gut möglich, dass deswegen der französische Schriftsteller Honoré de Balzac einst gesagt haben soll: „Eine angerauchte Pfeife ist jedem Raucher kostbar.“ Womöglich, weil auch er so seine liebe Mühe mit dem Stopfen hatte und sich sehnlichst jemanden herbei gewünscht hat, der diese Aufgabe für ihn übernimmt.
Jedem, der kein weltberühmter Schreiberling ist und ausnahmsweise mal gerade keine Scharen von Jüngern um sich rumsitzen hat, die gerne beim Pfeifestopfen behilflich sind, empfiehlt Eckard Seemann vom Pfeifenhersteller Piepenmoker die Tabakpfeife in drei Schritten zu stopfen: Dabei wird eine kleine Prise Tabak zwischen Daumen, Zeige- und Mittelfinger genommen und der Brennkopf nur mit ganz wenig Druck bis zur Hälfte gefüllt. Anschließend wiederholt man das Ganze und stopft ihn etwas fester. Genauso geht man auch beim dritten Mal vor, nur dass noch eine Spur mehr Druck ausgeübt wird. „Dadurch“, erklärt Seemann, „ist der Druck perfekt gleichmäßig verteilt“.
Wie fest man den Tabak bei den einzelnen Schritten presst, hängt dabei vor allem von der Wahl des Tabaks ab. „Feuchter Tabak ist weicher und nimmt den Druck besser auf", verrät Seemann. Daher ist hier weniger Druck nötig. Trockener hingegen ist spröder und widerspenstiger und braucht daher etwas mehr Druck, damit man ihn in eine gewisse Festigkeit bekommt. Wird aber der feuchte Tabak zu fest zusammengequetscht, verstopft er und zieht nicht mehr.
„In der Praxis wird es mit dem Druck meist übertrieben“, sagt Seemann. Die Pfeife zieht dann nicht mehr ordentlich, weil der Tabak keine Luft durchlässt. Die Folge: Entweder erlischt die Pfeife oder Sie ziehen sich einen Wolf, wodurch der Rauch zu heiß wird. Wer das Gegenteil macht und sie zu leicht stopft, hat zwar eine Pfeife, die angenehm zieht – deren Glut aber den Anschluss zum Tabak verliert und ebenfalls bald ausgehen wird. Anfängern rät Seemann vor allem, geduldig zu sein: „Wie alles im Leben, braucht es auch beim Pfeife stopfen etwas Erfahrung.“ – Oder eben doch jemanden, der einem die Pfeife schon anraucht.
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