Der wohl bekannteste Tabakspfeifenraucher ist ...? Richtig, Sherlock Holmes! Auf kaum einer Illustration sieht man die vom britischen Schriftsteller Sir Arthur Conan Doyle geschaffene Kunstfigur ohne seine Pfeife. Womöglich hat er sie sogar noch schlafend geraucht. Der weltbekannte Detektiv, der an der Baker Street 221b in London mit Dr. Watson die unglaublichsten Fälle aufdeckte, gilt als passionierter Raucher. Eine Pfeife rauchen und in aller Ruhe die Fakten analysieren – bevor er sich aufmachte, um die Welt vor dem Bösen zu retten. So sehen Helden aus!
Er komponierte meisterlich und tat das Gleiche beim Rauchen seiner „Tobackspfeife“. Im Notenbüchlein für Anna Magdalena Bach findet sich ein Loblied auf sein geliebtes Rauchinstrument, die Aria „So oft ich meine Tobackspfeife“. Bach vergleicht und identifiziert sich darin mit der Tabakspfeife. Hut ab vor so viel Ehrlichkeit, nicht jeder bezeichnet sich selbst als Pfeife. Ob er rauchend seine größten Werke komponierte, ist nicht bekannt. Aber wer beim Hören seiner Arien und Lieder genüsslich eine Pfeife raucht und den Moment genießt, macht – zumindest aus Bachs Sicht – bestimmt nichts falsch.
„Bevor man eine Frage beantwortet, sollte man immer eine Pfeife anzünden“, sagte Albert Einstein einst. Bei ihm muss es geholfen haben, schließlich gilt Einstein als größter Physiker aller Zeiten. Vom Genie mit der unverkennbaren Haarpracht existieren einige Fotos, welche ihn beim genüsslichen Pfeife rauchen zeigen. Seine Frau Elsa hätte an diesen Bildern keine Freude gehabt: Sie erteilte Einstein ein Rauchverbot, welches er galant missachtete. Wir sind beruhigt: Selbst hochintelligente Physiker entpuppten sich Anfang des 20. Jahrhunderts als Machos.
Er galt als Begründer der modernen Malerei – und als irres Genie: der niederländische Maler Vincent van Gogh, der viele Jahre in der Nervenanstalt verbrachte und sich am Ende selbst eine Kugel in die Brust schoss. Van Gogh malte einst ein Selbstporträt, das ihn mit Tabakspfeife und verbundenem Ohr zeigt. Das rechte Ohr hat er sich in einem Anfall selbst abgeschnitten. Dem Rauchen blieb er bis zum bitteren Ende treu: Denn kurz vor seinem Tod soll er beim Besuch seines Bruders Theo noch im Bett liegend Pfeife geraucht haben.
Ein richtiger Mann raucht Pfeife, natürlich auch Che Guevara. Es existieren Fotos des rebellischen Guerillaführers, wie er im Wald steht und eine Pfeife raucht. Gemeinsam mit Fidel Castro führte der gebürtige Argentinier die kubanische Revolution an. Ernesto Guevara de la Serna studierte Medizin und rauchte dennoch (zu) viel. Nicht nur Pfeifen, sondern im Land der Havannas natürlich auch Zigarren. Einmal soll er mit einer aufgekreuzt sein, die ein Meter lang war. Che sagte einst über sein Laster: „Das Rauchen ist ein gewohnheitsmäßiger und überaus wichtiger Teil des Lebens eines Freiheitskämpfers, denn der Rauch, den er in Augenblicken der Entspannung ausstößt, ist dem einsamen Soldaten jederzeit ein treuer Kamerad.“
Er war der deutsche Meister des Humors: Vicco von Bülow – alias Loriot. Er wurde mehrfach für seine humoristischen Leistungen ausgezeichnet. Aber nicht nur seine Werke sind preisgekrönt: 1970 erhielt Loriot vom Tabak-Forum die Auszeichnung „Pfeifenraucher des Jahres“. Ist doch auch mal was. Vicco von Bülow soll mehrere edle Holzköpfe besessen haben, darunter Dunhills, Charatans und Savinellis aus Italien. Es zeigt sich auch hier: Der vielfältige Loriot war in jeder Hinsicht ein Kenner seines Faches.
Der deutsche Schriftsteller und Nobelpreisträger Günther Grass versucht erst gar nicht, sich bei Nichtrauchern beliebt zu machen. Ihn sieht man auf Bildern gerne und oft beim Pfeife rauchen. Auch Moderator Thomas Gottschalk ist ein Fan der Tabakspfeife, aber im Gegensatz zu Grass in der Öffentlichkeit kaum rauchend anzutreffen. Altbundeskanzler Helmut Kohl war schon während seiner Amtszeit als Pfeifenraucher bekannt und auch der aktuelle Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble hat gerne eine Pfeife im Mund, sofern keine Kameras in der Nähe sind.
Weitere prominente Pfeifenraucher sind unter anderem:
Josef Stalin, Karl Barth, Norbert Blüm, Graham Chapman, William Faulkner, Gerald Ford, Max Frisch, Immanuel Kant, Paul Klee , Tobias Moretti, Julius Röntgen, Bertrand Russell, Rüdiger Safranski, Jean-Paul Sartre und Georges Simenon.
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