Menschen, die sich in einer Bar danebenbenehmen, sind nicht nur dem Tresenpersonal ein Ärgernis. Die Mittrinker sind schnell genervt, und Sie selbst wollen doch auch lieber Stammgast werden als Hausverbot bekommen, oder? Also. Dann erklären wir Ihnen mal, was Sie beim feierabendlichen Trinken zu tun haben – und was Sie lieber schön bleiben lassen.
Sie brauchen nicht gleich den Smoking überzuwerfen, sobald Sie Lust auf ein kühles Auswärtsbierchen haben. Aber in der zerfetzten Jogginghose und im verschwitzten Vereinstrikot werden Sie eher nicht den Aufriss Ihres Lebens machen. Also ruhig ein kleinwenig aufbrezeln für den Abstecher an den Tresen. Ab Jeans und Hemd aufwärts ist alles erlaubt.
Barkeeper sind Respektspersonen und wollen auch als solche behandelt werden. Deshalb: Immer um einen Platz fragen, selbst wenn der Laden halb leer ist! Denn es könnte ja sein, dass in zehn Minuten diese schwedische Topmodelschule zum Betriebsausflug vorbeikommt und dafür alles reserviert hat. Wenn Sie sich einfach auf einen vermeintlich freien Platz pflanzen, wird Sie der Tresenwart vielleicht schon aus Prinzip mit einem spitzen „Wir sind voll“ zur Türe verweisen. Und dann dürfen Sie den Betriebsausflug bestenfalls durch die Scheibe betrachten.
Abends um elf bestellt man in einer Bar keinen Capuccino. Und wer als Mann eine „Weinschorle mit viel Wasser“ ordert, der sollte lieber zu Hause bleiben und eine heiße Milch mit Honig trinken. Aber die absolute Killerbestellung ist: „Dasselbe wie immer!“ Diesen Satz dürfen Sie nienienie als Aufforderung formulieren. Da kann Sie der Barmann eiskalt auflaufen lassen und wird das mit einem kühlen „Ach, Sie waren schon mal hier?“ bei passender Gelegenheit auch tun. Wenn Sie allerdings am zehnten Abend Ihren Wodka Gimlet bestellt haben, werden Sie vielleicht beim elften Mal gefragt: „Dasselbe wie immer?“ Dann stehen Sie kurz vor dem Ritterschlag – der Adelung zum Stammgast.
Schummriges Licht, leiser Jazz, zwei, drei gute Lockermach-Drinks: Bars sind ein großartiger Ort, um Frauen kennenzulernen. Und ja, die Old-School-Nummer „Entschuldigen Sie, könnten Sie der Dame im Eck ein Getränk auf meine Rechnung servieren?“ funktioniert häufiger, als man denkt. Sollten Sie aber der Frau Ihrer Träume am Tresen begegnen, so zügeln Sie Ihre Leidenschaft. Geknutscht wird nicht in der Bar. Das können Sie immer noch zu Hause machen. Oder, wenn’s die Liebe eilig hat, draußen vor der Tür.
– und ein fortgeschrittener Bargänger weiß das. Geben Sie also dem Kellner oder dem Barmann zur Rechnung ein Trinkgeld. Wer das Geld für drei Wodka, sechs Bier und ein Clubsandwich hat, hat auch noch drei Euro fuffzig als Anerkennung für das Barpersonal. Knausern Sie nicht, aber protzen Sie auch nicht. Mit um die zehn Prozent liegen Sie immer richtig.
In einer Bar singt man keine Lieder und sinkt man auch nicht vom Hocker. Wenn Sie also merken, dass da plötzlich zwei Tresen stehen, wenn der Barmann Ihnen nur noch Wasser hinstellt oder gar nicht mehr kommt – dann sollten Sie, so höflich und formvollendet wie möglich, um die Rechnung bitten. Bezahlen. Und gehen. Denn morgen ist auch noch ein Tag, da können Sie ja dann die restlichen Flaschen leeren.
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