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Woher hat die Carbonara ihren Namen?

 

Spaghetti alla Carbonara ist für viele von uns eines der ursprünglichsten, einfachen Pastagerichte Italiens. Klar, denn diese Nudel aßen die Köhler in den Wäldern, gekocht auf dem offenen Feuer. Heißt die Carbonara aber wirklich deswegen so?

Wenn die Köhler früher ihrer Arbeit im Apennin nachgingen, kochten sie in ihren Asthütten mit dem, was sie gut transportieren konnten und was nicht so schnell verdarb: Speck, Zwiebeln, Nudeln, Eier und Käse. Ein Gericht mit ordentlich Kohlenhydraten (schon wieder Kohle!) – aber das brauchten die Männer auch bei der schweren Arbeit. Und daher hat das Gericht seinen Namen: Spaghetti alla Carbonara. Oder nicht?

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Ist die Carbonara wirklich ein Köhleressen?

Carbonara taucht in keinem Kochbuch vor 1950 auf

Diese Legende wird am Po immer noch gern erzählt, aber die Küchenhistoriker sind sich da nicht mehr so sicher. Denn es gibt ein entscheidendes Argument gegen diese Theorie: In keinem italienischen Kochbuch vor 1950 wird "Spaghetti alla Carbonara" erwähnt. Und wenn es denn ein volkstümliches, traditionelles Gericht wäre, müsste es eigentlich drin stehen.

Die Carbonara - ein Geheim-Essen?

Eine weitere, jüngere Theorie besagt, dass der neapolitanische Geheimbund der "Carbonari" – eine Verschwörertruppe gegen die Monarchie – dafür verantwortlich sei. Also eine Art Geheimessen, was erklären würde, warum das Rezept so lange nicht publik wurde. Was wiederum dagegen spricht: Das Gericht wurde lange gar nicht in Sizilien angeboten – dafür umso mehr in Rom und Umgebung: Für viele Römer ist die Carbonara daher ganz klar eine römische Schöpfung.

Die Römer beanspruchen die Carbonara für sich

Und damit kommen wir der Sache schon näher. Die entscheidende Spur liefert Petra Foede in ihrem Buch "Wie Bismarck auf den Hering kam" (Kein & Aber): Am römischen Campo da Fiori gab es lange Zeit ein Restaurant, das ein ehemaliger Kohlenhändler führte. Der Name: "La Carbonaro". Später übernahm seine Tochter das Lokal – und änderte den Namen in "La Carbonara". Jetzt zurück in die 50er: Italien war in den Nachkriegsjahren noch viel ärmer als Deutschland, eine rückständiges Nation. Und so wurde die Verpflegung der amerikanischen GIs gerne in den Speiseplan integriert – etwa Bacon (Speck) und Dried Egg (Eipulver). Dass die Italiener als Meister der Improvisation flugs ein neues Gericht daraus kreierten, liegt nahe. Und schon war die Carbonara geboren!

Klaus Mergel
 

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