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Wer hat den Döner erfunden?

 

Der Döner und seine Geschichte: Die Deutschtürken rühmen sich gerne damit, dass ein Berliner Türke 1971 den Inbegriff deutsch-orientalischer Imbisskultur erfunden habe. Aber stimmt das? Oder ist die Idee, das Fleisch vom Drehspieß in ein Fladenbrot zu packen, viel älter?

Unweit vom Kottbusser Tor soll es passiert sein, in der Adalbertstraße 10: Im Lokal „City-Imbiss" soll 1971 der Fleischer Mehmet Aygün als 16-Jähriger auf die Idee gekommen sein, Fleisch vom Drehspieß am Grill in ein Fladenbrot zu packen. Und so die deutsche Imbissküche um einen leckeren Klassiker bereichert haben - um den Döner. Erst nach seiner Idee sei der Döner wieder in die Türkei reimportiert worden, so die Saga, die tausendfach in Lokalzeitungen kolportiert wurde.

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Der Döner: deutscher Imbissklassiker mit türkischen Wurzeln

Der Döner: Der Grillspieß muss senkrecht sein

Döner Kebab bedeutet schlicht „gegrilltes Fleisch vom Drehspieß". Eine traditionelle Art des Gerichts, die in der Westtürkei schon im Osmanischen Reich, also bereits vor 200 Jahren, weit verbreitet war. Doch der Döner weist zwei entscheidende Merkmale auf:

  • 1. Er wird an einem Vertikalspieß gebraten.
  • 2. Er wird im Fladenbrot serviert.
Zum ersten Kriterium soll ein Herr namens Iskender Efendi beigetragen haben: Der Mann aus Bursa soll zum ersten Mal einen Spieß senkrecht aufgestellt haben – vor rund 150 Jahren. In der Türkei nennt man diese wohlbekannte Speise auch „Iskender" oder „Bursa-Kebab": ein Tellergericht. Der Enkel von Iskender betreibt übrigens heute in Bursa immer noch ein Lokal und verkauft – wen wundert's? – Kebab.

Der Döner: Hat ein Berliner ihn ins Brot gepackt?

Nun hatte das Gebilde aus Schaffleisch, Hackfleisch und Zwiebeln vor dem Grill 150 Jahre Zeit, sich in der ganzen Türkei zu verbreiten. Doch das Land am Bosporus galt als wenig stressbetont – sein Mittagessen wollte niemand hier im Gehen essen. In Deutschland dagegen war das Leben schneller – zumal die ersten Gastarbeiter noch keine Frau dabei hatten, die ihnen Essen kochte. Und für die ersten deutschen Kunden, die hinzukamen, war Kalb besser als Hammelfleisch geeignet, ebenso die Komponenten Salat und Kraut. Es spricht also einiges dafür, dass der Döner im Fladenbrot tatsächlich in Berlin erfunden wurde. Dennoch gibt es Zweifel: Nach Augenzeugenberichten wurde der Imbiss - im primitiverer Form – bereits in den 60er-Jahren auf den Straßen von Istanbul angeboten. Es bleibt also spannend in Sachen Döner-Forschung.

Übrigens: Den Berliner Dönerladen in der Adalbertstraße gibt es heute noch. Dort wird der Döner seit vielen Jahren unter dem Namen „Hasir" angeboten - und gilt als äußerst deliziös.

Klaus Mergel
 

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