Glaubt es oder nicht: Die beste Pizza meines Lebens habe ich in den USA gegessen. In einem Lokal in Los Angeles. Ich finde, dass die Amerikaner – auch wenn sie die Teigfladen nicht erfunden haben, wie manche dort tatsächlich glauben – stolz auf ihre Pizzakultur sein können. Der Grund: Als die italienischen Einwanderer in die USA kamen, hatten sie die Originalrezepte in der Tasche. Und so kriegen die am Hudson oder am Mississippi eine Pizza hin, so kross und dünn, dass manche vom Po nicht mithalten können.
Das Wichtigste ist natürlich der Teig. Jungs, lasst die Finger vom Fertigteig, den könnt ihr vergessen. Ohne viel Aufwand ist der Boden schnell selber gemacht: Mehl, Salz, Zucker und Öl zur aufgelösten Hefe geben, kneten – und an einem warmen (nicht heißen!) Ort (auf)gehenlassen. Praktisch ist es, wenn ihr den Teig schon tagsüber macht und ihn dann stehenlasst. Natürlich kann man jedes Mehl nehmen. Aber echtes Pizzamehl ist viel feiner und hat einen höheren Eiweißanteil: Der Teig lässt sich besser ziehen, und beim Backen geht er besser auf. Wenn er fertig ist: noch mal kurz durchkneten, in entsprechende Portionen teilen und die Fladen formen.
Eine Pizza ist eine ganz einfache Geschichte: In Italien war das ein Armeleuteessen. Man nahm den Rest vom Brotteig und belegte ihn mit dem, was gerade da war. Heute gibt es sie sogar als Luxusgericht: mit Trüffeln, sogar mit Kaviar. Na ja, wer’s mag! Das Schöne an diesem Gericht? Eine Pizza funktioniert wie ein Baukasten – ich kann alles drauflegen, was ich möchte. Alles – außer Ananas! Schließlich hat ein Dessert nichts auf dem Hauptgericht verloren.
Die Salami packe ich lieber erst nach dem Backen drauf, aber das ist Geschmackssache: Manche mögen die Wurst gerne gegart, ich nicht. Denn die Hitze drückt ihr ordentlich das Fett raus, muss ja nicht sein. Parmaschinken wird übrigens komplett ruiniert, wenn man ihn mitbäckt! Artischocken etwa wasche ich gar nicht; ich kaufe sie einfach schon sauber und in guter Qualität. Dieses zarte Gemüse klappt sonst zusammen.
Beim Käse greife ich entweder zu Emmentaler – der bringt gute Würze mit – oder zu (ausgedrücktem) Mozzarella. Leider kriegt man die Pizza zu Hause nie so dünn hin wie in der Pizzeria. Denn ein echter Pizzaofen schafft eine gewaltige Unterhitze, so dass der Teig beim Backen schön knusprig wird. Ich kenne da eine gute Alternative: Einen Pizzastein nehmen, den man im Backofen auf den Rost legt. Ordentlich aufheizen, der Ofen muss glühen – dann rein mit der Pizza! Auf Backpapier würde ich verzichten: Bei 300 Grad fängt auch das zu brennen an ...
Und jetzt geht alles ganz schnell: In wenigen Minuten ist unser Prachtstück fertig. Raus aus dem Ofen, auf ein Brett legen. Die Wurst oder den Schinken drauf, je nach Gusto noch ein wenig Rucola – fertig! Dazu trinken wir einen kräftigen Rotwein, wunderbar. Dafür muss ich nun wirklich nicht nach Italien fahren.
Das Rezept:
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