Manche Dinge sind so selbstverständlich, dass man sie nie hinterfragt. Oder haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, warum Sie Ihr Frühstücksei nach dem Kochen immer unter kaltes Wasser halten und was das eigentlich bezwecken soll? Wie so oft bei klassischen Küchen-Irrtümern: nichts. In Ludger Fischers Buch "Kleines Lexikon der Küchenirrtümer" (Eichborn Verlag, 14,95 Euro) findet sich ein ganzes Sammelsurium an unnützen Kochangewohnheiten. Wir haben die Interessantesten für Sie entlarvt.
Die Nudeln dürfen erst ins Wasser, wenn das richtig sprudelt? Quatsch. Dieser Küchen-Irrtum stammt noch aus einer Zeit, in der Nudeln meist frisch zubereitet wurden. Die bei uns üblichen Trockennudeln kann man schon ins 60-Grad-Celsius warme Wasser geben. Bei dieser Temperatur nehmen sie nämlich auch schon Wasser auf - und genau darum geht es bei der Pasta-Zubereitung.
So pauschal kann man das nicht sagen, denn Rohkost ist teilweise schwer verdaulich. Nahrungsbestandteile bleiben dadurch im Darm zurück und gären. Die Folge: Blähungen und Verdauungsstörungen. Außerdem können Inhaltsstoffe bestimmter Nahrungsmittel, etwa Beta-Carotin aus der Möhre, besser vom Körper verwertet werden, wenn sie gekocht sind. Übrigens: Viele Ernährungswissenschaftler raten davon ab, abends Rohkost zu essen, weil der Körper sonst über Nacht zu viel mit der Verdauung zu tun hat.
Die Eier nach dem Kochen unter kaltes Wasser zu halten - das hat uns Mutti doch so beigebracht. Angeblich lassen sich Eier nach dem Eisbad besser schälen. Das stimmt aber nicht. Die Schälbarkeit hängt nur vom pH-Wert des Eiweißes ab: Ist dieser niedrig, klebt die Schale fester an der Haut. Auch die Haltbarkeit von hart gekochten Eiern verlängert sich nicht durch die Prozedur. Im Gegenteil: Durch den Wasserstrahl können Bakterien durch die Schale ins Innere des Eies gelangen - die Haltbarkeit wird dadurch sogar stark verringert.
Nur nicht auf Fernsehköche hören: Die propagieren gerne, dass grobes Meersalz gehaltvoller wäre als normales, feines Tafelsalz. Einer der ganz großen Ernährungs-Irrtümer! Salz ist Natriumchlorid. Und je feiner das Salz ist, desto größer ist der Anteil an Natriumchlorid daran. Sparen Sie sich also das teure Meersalz. Das jodierte Speisesalz vom Discounter für 19 Cent tut es wirklich auch.
Ja, schon. Aber es kommt darauf an, wie lange man das Gericht kochen lässt. Eine Soße oder Suppe enthält oft noch über 80 Prozent des Alkohols. Nach einer halben Stunde Kochzeit sind es noch 35 Prozent. Sogar wenn man das Essen über zwei Stunden köcheln lässt, sind noch fünf Prozent des Alkoholgehalts vorhanden.
Schneidet man Fleisch parallel zur Faser, schrumpft es in der Pfanne. So lautet ein weitverbreiteter Küchen-Irrtum. Doch das ist Blödsinn! Warum? Fleischzellen sind, im Vergleich zu Pflanzenzellen, eher rund. Ein Steak besteht also aus ganzen Bündeln dieser runden Zellen, Eiweißfasern bilden sich. Quer oder parallel macht also keinen wirklichen Unterschied.
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