Eine Fliege binden – das funktioniert nicht wie das Binden einer herkömmlichen Schleife. Sondern so:
Der Griff zur fertig gebundenen Version ist verlockend, doch schon zu Zeiten von Winston Churchill, dem „Godfather of Fliege“ galt es als Schmach für einen Mann, mit einer „falschen“ Fliege erwischt zu werden. Und das ist heute nicht anders. Gepaart mit einem Klettverschluss im Nacken ist die fertig gebundene Fliege unter Kennern der Gipfel des schlechten Geschmacks.
Traurigerweise verbindet man mit Fliegenträgern heute vor allem Clowns und Chemiedoktoranten. Menschen, die belächelt werden, weil das ihr Job ist, oder weil sie ungewollt eine trottelige, aber zugleich liebenswerte Melancholie repräsentieren. Zu Unrecht: Gerade durch ihre Seltenheit wirkt die Fliege heute vielleicht noch reizvoller und exquisiter, als zu ihrer Geburtsstunde 1860. Ein weiterer Pluspunkt: Das Ende der Fliege in Bratensoße zu tunken, fällt im Gegensatz zur großen Schwester, der Krawatte, auch sehr schwer.
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