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Sind Sie Physikprofessor? Dann tragen Sie unbedingt Fliege! Ansonsten gilt: Wer genügend Humor beweist, um...

Problem am Hals? – Fliege binden: so funktioniert's

 

Fliege tragen? – Unbedingt! Denn mit ihr ist man stets korrekt gekleidet und sichert sich ganz nebenbei einen Platz im Club der bestangezogenen Männer der Welt. Fliege binden? – Bekommen Sie sicher auch hin. Und zwar so

Eine Fliege binden – das funktioniert nicht wie das Binden einer herkömmlichen Schleife. Sondern so:

  1. Fliege um den Hals legen. Die beiden Enden liegen auf der Brust.
  2. Kreuzen Sie jetzt die Enden und knoten Sie diese einmal. Ein Zipfel steht nun etwas vom Körper ab, der andere (das untere Ende) liegt direkt auf der Brust.
  3. Falten Sie dieses untere Ende waagerecht und knicken Sie es auf die Hälfte – es entsteht eine Schlaufe.
  4. Das abstehende Ende der Fliege wird nun von oben nach unten um diese Schlaufe geschlagen und zwischen der Rückseite der Fliege und dem Hals wieder durch den Knoten gesteckt. Etwas zurechtgerückt – und die Fliege sitzt.

Fliege-binden.jpg
Fliege binden: So kann nichts mehr schief gehen

Lieber nicht: die fertig gebundene Fliege

Der Griff zur fertig gebundenen Version ist verlockend, doch schon zu Zeiten von Winston Churchill, dem „Godfather of Fliege“ galt es als Schmach für einen Mann, mit einer „falschen“ Fliege erwischt zu werden. Und das ist heute nicht anders. Gepaart mit einem Klettverschluss im Nacken ist die fertig gebundene Fliege unter Kennern der Gipfel des schlechten Geschmacks.

Die Fliege: besser als ihr Ruf

Traurigerweise verbindet man mit Fliegenträgern heute vor allem Clowns und Chemiedoktoranten. Menschen, die belächelt werden, weil das ihr Job ist, oder weil sie ungewollt eine trottelige, aber zugleich liebenswerte Melancholie repräsentieren. Zu Unrecht: Gerade durch ihre Seltenheit wirkt die Fliege heute vielleicht noch reizvoller und exquisiter, als zu ihrer Geburtsstunde 1860. Ein weiterer Pluspunkt: Das Ende der Fliege in Bratensoße zu tunken, fällt im Gegensatz zur großen Schwester, der Krawatte, auch sehr schwer.

Julia Weinacker
 

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