Der Herrengürtel ist längst mehr als ein reines Accessoire, das seinen Träger vor unfreiwilligem Blankziehen bewahren soll. Bereits die Männer des Mittelalters verzierten ihre Gürtelschnalle mit Gold und Edelsteinen als Symbol für Kraft und Herrschaft. Galt der Herrengürtel in der Zwischenzeit dank Hosenträgern und besseren Passformen fast als vergessen, ist er seit dem letzten Jahrhundert unerlässlich für ein perfektes Styling. Richtig eingesetzt rundet er nicht nur jedes Outfit ab, sondern lenkt den Blick zudem aufs Wesentliche. Aber welcher Herrengürtel passt wozu am besten? Um modische Haltung zu wahren, führt der Weg zum perfekten Herrengürtel über die Schnalle:
Ein Herrengürtel mit Dornschnalle findet sich in jedem Kleiderschrank. Und das völlig zu Recht, da ein Schnallenbügel mit ein bis vier beweglichen Dornen klassischen Anzügen und Jeans-Hemd-Krawatte-Kombinationen am besten steht. Shopping-Tipp: Beim Kauf ausschließlich zu einem echten Ledergürtel greifen. Weil andere Materialien durch das Öffnen und Schließen des Dorns schnell abnutzen, kommt es zu hässlichen Gebrauchsspuren. Leder entfaltet dadurch aber erst seinen eigentlichen Charakter.
Herrengürtel, die mit D-Ringen verschlossen werden, halten bombenfest. Nicht umsonst finden die dem Buchstaben „D“ nachempfundenen Halbkreise häufig Einsatz an der Ausrüstung von Feuerwehrmännern, Abschleppdiensten und SM-Zubehör. In doppelter Ausführung an einem meist mehrfarbigen Gürtelriemen aus Baumwolle, verkeilen sie sich ineinander sobald der Herrengürtel festgezurrt wird. D-Ringe zieren gerade im Sommer am besten die Gürtelschlaufen von lässigen Jeans und Chinos, die zu Longsleeves kombiniert werden. Auf Hemden muss aber keineswegs verzichtet werden, solange sich sein Träger so nicht auf formelleren Anlässen sehen lässt. Hier heißt es nämlich: Finger weg von Doppel-D!
Ursprünglich unerlässlich für das Rüstzeug von Soldaten, wurde der Koppelschloss-Gürtel von der Skaterszene neu aufgelegt. Keine Frage, mit Graffitis versehene Metallschließen haben nichts mit gestandener Männlichkeit zu tun. Mittlerweile bieten jedoch immer mehr Labels wie Boss und Prada auch für diese Kategorie stilgerechte Koppelschlossgürtel an. Zu Jeans, T-Shirt oder klassischem Hemd kann eine auffällige Metallschließe das Outfit pushen. Aber: Egal ob Sie sich selbst, oder jemand anderes Ihnen die Hose geöffnet hat – bevor Sie wieder unter Leute gehen, unbedingt nachpolieren. Fingerabdrücke oder Fettflecken sind unschöne Nebeneffekte.
Typen mit den dicksten Schlitten haben in der Regel nix in der Hose, sagt man. Ähnlich verhält es sich mit Herrengürtel samt XXL-Buckles. Das Original stammt von den Cowboys und ist ein ovales Stück Metall, in das Flaggen oder Schriftzüge eingraviert wurden. Das Buckle konnte auf einfachen Dornschnallengürteln angebracht werden. Neben Rockabilies erklärten in der Vergangenheit vor allem Hip Hop-Stars diese Gürtelart zu einem ihrer unzähligen Statussymbole. Der Einfachheit halber wurden die „Bling Bling“-Modelle mit Dollarzeichen deswegen gleich mit befestigtem Gürtelriemen verkauft. Wirklich empfehlenswert ist jedoch keine der beiden Protz-Ausführungen. Einzig und allein die Rockabiliy-Variante, bei der ein Gürtel mit Buckle, nicht größer als eine Zigarettenschachtel, mit weißem T-Shirt zu Jeans- oder Lederjacke getragen wird. Und solange das T-Shirt unifarben bleibt, muss auch nicht auf gravierte Motive verzichtet werden. Ein Buckle verlangt, noch mehr als alle anderen Herrengürtel, modisches Gleichgewicht.
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